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| Pans Labyrinth - El Laberinto del Fauno |
Spanien, 1944. Der spanische Bürgerkrieg ist vorüber, nur vereinzelt leisten kommunistische Guerilla noch Widerstand gegen Francos faschistisches Regime. Vor diesem Hintergrund reisen Ofelia(Ivana Vaquero) und ihre Mutter Carmen(Ariadna Gil) in die nordspanischen Berge, wo Ofelias Stiefvater, Capitán Vidal (Sergi Lopéz), eben diese Rebellen verfolgt. Vidal's grausame Art und seine Ablehnung Ofelia's lassen das Mädchen, das zum ersten Mal außerhalb der Stadt lebt, in eine von alten Sagen und Mythen inspirierte Märchenwelt flüchten. In dieser Welt ist Ofelia eine Prinzessin des unterirdischen Märchenreiches und muss sich verschiedenen Prüfungen stellen, um gemeinsam mit dem Pan(Doug Jones) wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.
So weit, so gut. Wer wie wir den Trailer und/oder die Plakate gesehen hat möchte vermuten, einen Märchenfilm á la "Nightmare before Christmas" oder "Alice im Wunderland" zu sehen, also eine Menge sagenhafter Gestalten und bezaubernder Geschichten. Falsch!
"Pans Labyrinth" stellt sich vielmehr als Aufarbeitung der spanischen Vergangenheit während der Franco-Ära dar und präsentiert die Gewalt der Faschisten ohne Gnade gegenüber dem Zuschauer (Vermutlich darum auch FSK16). Wenn man Zeuge wird, wie Vidal einem Gefangenen eine Flasche wiederholt ins Gesicht schmettert (in Großaufnahme!), dann möchte man eigentlich gehen. Man bleibt aber sitzen und hofft, dass das Märchen bald mal anfängt. Tut es aber kaum...
Leider präsentiert sich ein Film mit viel Potenzial als Hänger zwischen zwei Welten. Sowohl ein Drama über das faschistische Spanien als auch ein Fantasyfilm über spanische Mythen hätten sicherlich einen abendfüllenden Film ergeben. Regisseur Guillermo del Toro versucht hier beides gleichzeitig und schafft darum nichts so richtig. Das wäre halb so schlimm, wenn die Werbung es richig präsentieren würde, was sie aber nicht tut. Informationen aus Presse, TV und Internet vermitteln tatsächlich eher den Eindruck, es ginge um Märchen. Beinah alle Märchensequenzen des Films sieht man jedoch bereits in den Trailern, der Rest ist diesseitige Gewalt und Menschenverachtung. Sicherlich Themen von Interesse, aber in der Mogelpackung eines Märchens gereicht. Darum bekommt der Film einen Daumen nach unten, denn wir verließen das Kino aufs derbste enttäuscht und hätten den Film sicherlich nicht gesehen, wenn wir das eher gewusst hätten.
Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Persönliche Kritiken auf verschiedenen Websites legen nahe, dass die Gewalt so explizit gezeigt wird, um die Gründe für Ofelias Flucht in ein Traumreich zu verdeutlichen. Das Argument zieht in meinen Augen kaum, denn Ofelia bekommt von der ganzen Gewalt kaum etwas mit, abgesehen von der extrem machismo-haften Art ihres Stiefvaters. Darum werten wir den Film persönlich trotzdem als Pleite, Goldene Palmen und Golden Globes hin oder her.
Wer sich selbst ein Bild machen will: Link auf Deutsch oder Link auf Englisch
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| Kommentare |
am 09-03-2007 09:07
nach dem trailer wäre ich im kino doch auch sehr überrascht gewesen...hört sich nach an einer merkwürdigen mischung an. vielleicht besser mal auf dvd schauen... |
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