Autonome randalieren nach Punk-Konzert
Eingeschlagene Schaufensterscheiben, ein demolierter Geldautomat, fliegende Steine: Etwa 100 Vermummte haben die Kreuzberger Oranienstraße verwüstet und sich eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Nun will die Polizei ihre Kräfte in der Gegend verstärken.
Nach einem Konzert der Punk-Band „Slime“ ist es in der Nacht zu Donnerstag in Berlin-Kreuzberg zu Krawallen gekommen. In der Oranienstraße blockierten nach Polizeiangaben etwa 100 Randalierer kurz vor Mitternacht den Verkehr. Einige Vermummte, die vermutlich zur linksautonomen Szene gehören, warfen aus der Menge heraus Flaschen und Steine auf Polizisten. Zivilbeamte wurden in ihrem Auto von Konzertbesuchern mit Eisklumpen beworfen.
Die Polizei war zunächst nur mit 30 Beamten vor Ort. Als die Gewalt nach dem Konzert im SO 36 ausbrach, kam Verstärkung hinzu, so dass kurz nach Mitternacht 90 Polizisten im Einsatz waren.
Trotzdem schlugen Randalierer die Schaufensterscheiben von zwei naheliegenden Autohäusern und einem Restaurant ein. Der Geldautomat einer Bank in der Oranienstraße wurde beschädigt. Gegen 1.45 Uhr löste sich die Menge auf. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt.
Die Polizei sei offenbar überrascht worden, kritisierte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Robbin Juhnke. „Dies wäre erschreckend.“ Er forderte den Senat auf, „seine Sicherheitspolitik zu überdenken und endlich mehr Polizisten einzustellen“. Eine Polizeisprecherin kündigte an, am Donnerstagabend mit ausreichend Kräften vor Ort zu sein. Dann wollte „Slime“ erneut in dem Club spielen.
Quelle: Berliner Morgenpost Newsticker - 16.12.2010
18.12.: Antirassistische - Antikapitalistische Demo
Am Samstag, den 18.12., rufen wir zu einer breiten antirassistischen und antikapitalistischen Demonstration nach Berlin-Prenzlauer Berg auf. Wir wollen das letzte Einkaufswochenende vor Weihnachten dazu nutzen, den Blick auf die untragbaren Ungerechtigkeiten in dieser Welt zu lenken. Der Reichtum und der Wohlstand der Menschen Europas basiert seit mehr als 500 Jahren auf einer brutalen Eroberungspolitik, der kapitalistischen Ausbeutung und der rassistischen Unterdrückung des Großteils der Weltbevölkerung. Die EuropäerInnen haben Millionen von Menschen brutal versklavt, Milliarden von Menschen kolonisiert und Genozide an der indigenen Bevölkerung Nord- und Südamerikas, Australiens und Afrikas zu verantworten. Mit Strömen von Blut legitimieren sie auch heute noch ihre Kapitalströme. Sie plündern Bodenschätze, beuten die Arbeitskraft von Milliarden von Menschen aus und verursachen immer neue kriegerische Auseinandersetzungen, die sie mit Geld und Waffen antreiben. Die Menschen Europas sind schuldig, weil sie diese Entwicklungen nicht nur zu verantworten haben, sondern sie einfach akzeptieren. Niemand hier hat das Recht friedlich unterm Weihnachtsbaum zu sitzen, solange die Welt geplündert und vergewaltigt wird!
Der widerlichen Integrationsdebatte und jeder Form von Rassismus zum Trotz.
Antirassistische - Antikapitalistische Demo
"Santa Klaus fröhnt dem Leichenschmaus"
18.12.: 15.00 Uhr Kollwitzplatz
Die Demo findet im Rahmen der Antiratage vom 16.-18. Dezember statt. Link
1.-10.10.: Herbstaktionstage gegen die sozialen Angriffe auf unser Leben
Am 1.10.2010 geht es los. Unser Ausgangspunkt war die Überlegung, dass es höchste Zeit ist, sich wieder mehr gemeinsam statt einsam gegen die vielfältigen Angriffe auf ein würdiges und selbstbestimmtes Leben in Berlin zur Wehr zu setzen. Es gibt Einiges, an das wir anknuüpfen können: Stadtteil-Inis sprießen, Mediaspree wurde beim Volksbegehren abgewählt, Carlofts blieben in Kreuzberg nach wiederholten Farbbeutelattacken und vielen anderen Aktionen unverkäuflich, Erwerbslose organisieren sich. Das macht uns einerseits Hoffnung und reicht aber bei weitem nicht aus.
Mit unseren Aktionstagen wollen wir unser Nein zu diesem Irrsinn für uns selbst und alle anderen sichtbar und erlebbar machen. Einiges haben wir schon diskutiert und als Text in eine Broschüre aufgenommen, anderes schon geplant und in den Aktionskalender geschrieben. Vieles wollen und werden wir noch aushecken, im Vorfeld, während der Tage selber und danach. Miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam praktischen Widerstand gegen die alltäglichen Widrigkeiten des Lebens entwickeln, ist uns wichtiger als die große mediale Resonanz. Zu allen Aktionstagen gehört ein abendlicher Treff in einem der noch immer selbstorganisierten Projekte dieser Stadt. Hier kann der Tag nachbereitet und die nächste Initiative geplant werden.
Haltet die Augen offen, beteiligt euch, schaut vorbei und bringt euch ein! Link
10.-19. September 2010
Lasst uns zusammen vom 10.-19. September 2010 auf dem Berliner Intersqiat-Festival einen selbstbestimmten Freiraum und eine Plattform für die Auseinandersetzung mit verschiedenen Vorstellungen schaffen, Begegnungen initiieren, uns vernetzen und gemeinsam Perspektiven entwickeln.
Inspiriert durch bereits stattgefundene Intersquat-Festivals an verschiedensten Orten der Welt wollen wir mit euch zusammen dieses Jahr in Berlin unseren Utopien einen Raum geben. Die Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen, werden kontinuierlich eingeschränkt, viele vorhandene Freiraumstrukturen sind akut bedroht. Dadurch verschwinden Räume und auch damit verbundene Möglichkeiten, selbstbestimmt Alternativen zu bestehenden Verhältnissen erfahrbar zu machen und zu leben, sich zu organisieren, zu diskutieren und auszutauschen. Aus unserer Sicht ist eine umfassende Kritik an Kapitalismus, Herrschaft und damit einhergehenden Strukturen notwendig. Darum wünschen wir uns eine Diskussion um Alternativen, sowie eine offene Auseinandersetzung und einen Austausch über Gegenpraktiken zur Diskriminierung von Lebewesen.
Freiräume sind für uns Orte, an denen sich alle Lebewesen frei von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Sexualität, Geld oder anderen von der Gesellschaft konstruierten Ungleichheiten bewegen können. Weil Formen der Unterdrückung in unserer Gesellschaft alltäglich vorkommen, ist es wichtig, Räume zu schaffen und zu erhalten, in denen diese nicht akzeptiert, sondern diskutiert und reflektiert werden. Sie sollten das Ausleben der eigenen Identität und die freie Entfaltung von Lebensentwürfen ermöglichen. Wir versuchen eine Loslösung davon zu praktizieren, Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren. Link
3.8. - 08.00 Uhr: Frühstück gegen Begehung
Der Linienhof (offene Werkstätten) ist einer der letzten "Freiräume“ in Berlin-Mitte! Am 22.7.2010 erreichte die Nutzer_innen eine Räumungsankündigung. Am 3.8. um 08.00 Uhr will einer der Bauherren (Greffrath) das Gelände mit einer Baufirma betreten und am 5.8. mit den "Erdarbeiten“ beginnen. Bis dahin solle der Hof leer geräumt sein. Dafür gibt es aber noch nicht einmal einen richterlichen Beschluss.
Seit fast 20 Jahren existiert das selbstverwaltete Kulturprojekt "Linienhof“ in der "Kleinen Rosenthaler Straße“ in Berlin Mitte. Das Gelände bietet Ateliers und Werkstätten Platz und ist ein offener Raum für kreative Projekte aller Art. Durch den Verein "Kathedrale e.V.“, welcher das Grundstück seit Jahren nutzt, ist es z.B. möglich, eine gut ausgestattete "Selbstschrauber-Werkstatt“, eine Schmiede und eine Puppentheaterwerkstatt zu betreiben. Die Werkstatt steht nach Absprache mit dem Verein allen interessierten Menschen zur Verfügung. In den letzten Jahren fanden hier verschiedene Kunstausstellungen, Veranstaltungen, Workshops etc. statt.
Doch auch dieses selbstverwaltete Projekt soll nun privaten Interessen weichen. Trotz Nutzungsvereinbarung und kulturellem Wert sollen die Gebäude abgerissen werden und einem weiteren Neubau Platz machen. Ein weiterer Schritt in der Umstrukturierung des Stadtteils.
Zu der von Herrn Greffrath angekündigten "Begehung“ am 3.8.2010 um 08.00 Uhr, sowie an den darauf folgenden Tagen, laden die Nutzer_innen und Freund_innen zum Frühstück und Unterstützung in den Linienhof ein (Kleine Rosenthalerstraße 9/10, Berlin Mitte).
Weitere Aktionen zum Erhalt der offenen Werkstätten des Linienhofes sind zusammen mit anderen selbstverwalteten Projekten aus Berlin geplant.
Weitere Infos: Link
1. Mai: ab 9 Uhr - Naziaufmarsch verhindern!
Nazis wollen sich 11.00 Uhr am S-Bhf. Bornholmer Str. sammeln
Heute: letzte Infos zum Naziaufmarsch um 19.00 Uhr im ND-Gebäude (Franz-Mehring-Platz) und ebenfalls um 19.00 Uhr im Rauchhaus.
Am 1. Mai 2010 wollen Neonazis von NPD und "Kameradschaften" in Berlin-Prenzlauer Berg marschieren. Nach Wochen der Geheimhaltung wurde nun öffentlich, dass der Aufmarsch am S-Bhf Bornholmer Straße starten soll. Bundesweit ist die Mobilisierung besonders für die so genannten "Autonomen Nationalisten" attraktiv. Um diese zu stoppen, setzen Antifa-Gruppen auf ein ähliches, arbeitsteiliges Konzept wie im Februar in Dresden. Neben einem linksradikalen Antifabündnis, das auch ein Jugendinfo herausgebracht hat, ist ein breites spektrenübergreifendes Blockade-Bündnis entstanden, das den Aufmarsch mittels Massenblockaden verhindern will.
Achtet auf weitere Ankündigungen...
Blockaden
Auftaktort der Nazis
S-Bhf Bornholmer Straße
ab 11 Uhr
Sammelpunkte zur gemeinsamen Anreise
* S-Bhf. Ostkreuz für Ostberliner_innen
* U-Bhf Alexanderplatz (U2) für Westberliner_innen
Pünktlich um 9 Uhr
Blockadepunkte (Karte unter dem ersten Link)
* Westlich vom S-Bhf Bornholmer Straße in der Osloer Straße
* Östlich vom S-Bhf in der Bornhomler Straße
Tschernobyl-Großdemonstration in Ahaus am 24. April Mit mehreren Groß-Aktionen wendet sich die Anti-Atom-Bewegung am 24. April gegen die schwarz-gelben Pläne zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten - zwei Tage bevor sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl jährt. Während in Nord- und in Süddeutschland Tausende zu Menschenketten zusammenkommen, findet in NRW eine Großdemonstration am Atommüll-Zwischenlager Ahaus statt. Bringen Sie die schwarz-gelbe Atompolitik in Bedrängnis! Kommen Sie am 24. April zur Großdemonstration nach Ahaus...
Brutaler Polizeieinsatz und Festnahmen am Heinrichplatz in Kreuzberg
11. April 2010
in Aktionen
In Kreuzberg 36 explodieren die Mieten. Viele Menschen können sich das
nicht mehr leisten und müssen den Kiez verlassen. Auch die Gewerbemieten
steigen. Am Heinrichplatz musste jetzt das Cafe jenseits zumachen, weil
der Hausbesitzer die Miete verdoppelt hat – auf 40 Euro pro m².
Wir werden diese Entwicklung nicht länger tatenlos hinnehmen. Deswegen
haben wir am Samstag, den 10.04.10, um 14 Uhr das ehemalige Cafe Jenseits
besetzt und dort einen Umsonstladen aufgemacht. Denn wir wollen keinen
Starbucks, keinen Yuppieladen, noch mehr Kommerz in unserem Kiez (siehe
auch unsere PM zur Aktion unter http://wba.blogsport.de).
Es handelte sich um eine friedliche und bunte Aktion, die auf sehr grosse
Zustimmung bei Anwohner_innen, Passant_innen und Gewerbetreibenden stiess:
mit Kaffee und Kuchen, Spielen und Diskussionen, der Eröffnung des neuen
Umsonstladens.
Um 19.30 kam es zu einem massiven und brutalen Polizeieinsatz am
Heinrichplatz. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich kein Mensch mehr im Laden
auf, auf dem Heinrichplatz selbst befanden sich insgesamt höchsten 50
Leute – deutlich weniger als Polizeibeamte. Obwohl es keinerlei Bedrängung
der Polizeibeamten gab und diese sich in der absoluten Mehrheit befanden,
stürmten immer wieder Gruppen von Polizisten ohne Vorwarnung völlig
grundlos auf einzelne Kleingruppen zu und misshandelten die Menschen
massiv mit Schlägen und Tritten. Ebenso grundlos wurden im Rahmen dieser
Prügelorgie mindestens drei Menschen festgenommen.
Silke März, die seit 18 Jahren am Heinrichplatz wohnt: „Ich habe nur
selten eine derart grundlose und ausufernde Polizeigewalt gesehen.
Offensichtlich ging es hier um Einschüchterung. Sollte durch das
Zusammenschlagen völlig friedlicher Menschen kurz vor dem ersten Mai ein
Zeichen seitens der Polizei oder der verantwortlichen Politik gesetzt
werden?“ Sonja März weiter: „Wir haben heute ein völlig friedliches
Zeichen gegen steigende Mieten und Verdrängung gesetzt. Wenn aber Polizei
und Staat auf unsere friedlichen Aktionen mit brutaler Gewalt reagieren,
werden immer mehr Menschen die Meinung vertreten, dass es notwendig ist,
dieser Gewalt einen entschlossenen Widerstand entgegenzusetzen.“
Sonia Gonzales, ebenfalls seit vielen Jahren am Heinrichplatz wohnhaft:
„Der heutige Tag hat wieder einmal gezeigt, dass hohe Profite für
Immobilienbesitzer mit allen Mitteln durchgesetzt werden sollen, auch mit
dem Mittel des Polizeiknüppels.“
Doch die Proteste gegen steigende Mieten und Verdrängung lassen sich durch
die Polizeigewalt nicht einschüchtern – im Gegenteil! Bereits unmittelbar
nach dem Polizeieinsatz am Heinrichplatz wurde für kommenden Samstag eine
Kundgebung angemeldet.
Kundgebung: Umsonstladen statt Yuppie-Bar am Heinrichplatz – jetzt erst
recht! Steigende Mieten stoppen, Polizeigewalt entgegentreten!
Samstag, 17.04.10, 15 Uhr, Heinrichplatz in Kreuzberg 36, vor dem
ehemaligen Cafe Jenseits
Unsere Wohnungen, unser Kiez – kein Ort für fette Investoren-Profite!
Anwohnerinnen und Anwohner aus Kreuzberg 36 und ihre Freundinnen und Freunde
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